Werde Pike­ni­er!

Wer­de Pike­ni­er!

Du magst Action und willst immer vor­ne mit dabei sein, wo es zur Sache geht? Dann schlie­ße dich uns an und wer­de Pikenier!

Die wohl taf­fes­te Trup­pen­gat­tung auf dem gesam­ten Schlacht­feld stel­len die Pike­nie­re dar. Du erlebst haut­nah wie es sich anfühlt, dem Geg­ner Auge in Auge gegen­über­zu­ste­hen und sich im Schlach­ten­ge­tüm­mel mal rich­tig aus­zu­powern. Jeder Erwach­se ohne kör­per­li­che Ein­schrän­kun­gen, egal wel­chen Geschlechts, kann Pike­ni­er wer­den und in vor­ders­ter Rei­he am Kampf­ge­sche­hen teilhaben.

Ausrüs­tung
Aus­rüs­tung

Neben dem Stan­dard­satz an Beklei­dung, bestehend aus Lei­nen­hemd, Wams, Hose, Strümp­fen und sta­bi­len Schu­hen, benö­ti­gen Pike­nie­re zusätz­lich einen Satz an Schutz­aus­rüs­tung. Haupt­teil der Schutz­aus­rüs­tung bil­det eine Rüs­tung (“Har­nisch”) mit Brust- und Rücken­plat­ten sowie dar­an ange­häng­ten Bein­schie­nen. Ein ein­fa­cher Helm schützt den Pike­ni­er eben­falls wie der Har­nisch im Nah­kampf gegen Hieb und Stich. Als zusätz­li­chen Schutz trägt der Pike­ni­er unter dem Har­nisch einen leder­nen Über­wams (“Kol­ler”) der zusätz­lich das Gewicht der Rüs­tung ver­teilt und pols­tert. Leder­ne Stul­pen­hand­schu­he kom­plet­tie­ren die Schutz­aus­rüs­tung. Für den Nah­kampf kann der Spie­ßer zudem einen Feld­de­gen oder eine ein­fa­che Gebrauch­saxt mit sich tragen.

Pike­ni­er, Jacob de Gheyn, Waf­fen­hand­lung von den Röh­ren, Muss­que­ten und Spies­sen, 1608, (bear­bei­tet)

Aufwand

Auf­wand

Um Pike­ni­er zu wer­den, benö­tigt es nicht viel. Wir ver­su­chen so viel Aus­rüs­tung wie mög­lich selbst anzu­fer­ti­gen, wobei Du die Mög­lich­keit hast, unter Anlei­tung Dei­ne eige­ne Pike zu hobeln und Kla­mot­ten zu schnei­dern. Das spart Geld und Du erfährst etwas über Hand­werk und Mate­ri­al­kul­tur des 17. Jahr­hun­derts. Sobald Du Mit­glied in unse­ren Rei­hen wirst, erhältst Du unse­re Gui­des zur Aus­rüs­tung, in wel­chen noch­mal genau erläu­tert ist, was Du alles benö­tigst. Unter dem Punkt “Publi­ka­tio­nen” im Menü Dar­stel­lung fin­dest Du mehr hierüber.

Hinter­grund
Hin­ter­grund

Zu Beginn des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges bil­de­ten die Pike­nie­re den Haupt­teil der Armee. In den frü­hen For­ma­tio­nen nah­men sie gut 23 der Trup­pen ein und wur­den auf Grund der gefähr­li­chen Kampf­po­si­ti­on als “Dop­pel­söld­ner” auf­ge­führt. Die Haupt­auf­ga­be der Pike­nie­re bestand in der Abwehr von Rei­ter­at­ta­cken und dem Schutz der Mus­ke­tie­re wäh­rend des Lade­vor­gangs. Die Tak­tik der Rei­te­rei, in eine Pike­nier­for­ma­ti­on hin­ein­zu­rei­ten und die­se so auf­zu­lö­sen erwies sich jedoch als wenig res­sour­cen­scho­nend und wur­de aus­ge­mus­tert. Mit Zunah­me der Feu­er­kraft der Mus­ke­ten, Kara­bi­ner und Pis­to­len änder­ten Schüt­zen und Rei­ter ihr vor­ge­hen und eröff­ne­ten aus wei­te­rer Ent­fer­nung das Feu­er auf die Pike­nier­for­ma­tio­nen, bis die­se aus­ge­dünnt waren. Ein wei­te­rer nega­ti­ver Effekt der gestei­ger­ten Schuss­waf­fen­ef­fi­zi­enz ist der unzu­rei­chen­de Schutz der Pike­nier­rüs­tung. Geht man bei einer nor­mal­ka­li­bri­gen Lun­ten­schloss­mus­ke­te von einer Mün­dungs­ge­schwin­dig­keit von 300m/s aus, so durch­schlägt das Pro­jek­til den 1,5 – 2mm star­ken Har­nisch samt sei­nes Trä­gers. Selbst auf eine Ent­fer­nung von 100m durch­schlägt die Kugel die Brust­plat­te und dringt in den Kör­per ein. Ver­dop­pelt man die­se Ent­fer­nung, so bie­tet der Har­nisch genug Schutz vor dem Ein­drin­gen der Kugel, wobei der Trä­ger schwe­re Prel­lun­gen davon trägt. Die Rol­le des Pike­ni­ers wur­de wäh­rend dem fort­lau­fen des Krie­ges immer unbe­lieb­ter, sodass sich gegen Ende nur noch ca. 13 Pike­nie­re in den Arme­en befan­den. Auch die Rekru­tie­rung neu­er Spie­ßer stell­te trotz höhe­rem Sol­des ein Pro­blem dar. Von Grim­mels­hau­sen beschrieb dies schon kurz nach dem Krieg in sei­nen Sim­pli­cia­ni­schen Schriften:

„Ich muß­te eine Pike tra­gen, wel­ches mir so wider­wär­tig war, daß ich mich ehe hätt auf­hän­gen las­sen, als mit sol­chen Waf­fen lang zu krie­gen.[…] Ein Mus­ke­tie­rer ist zwar eine wohl­ge­plag­te arme Krea­tur, aber wenn ich ihn gegen einen elen­den Pike­nie­rer schät­ze, so besitzt er noch gegen ihn eine herr­li­che Glück­se­lig­keit […] In Sum­ma ich habe mein Tage viel schar­fe Occas­sio­nen gese­hen, aber sel­ten wahr­ge­nom­men, daß ein Pike­nie­rer jemand umge­bracht hätte“.

Impres­sio­nen unse­rer Pike­nie­re

Impres­sio­nen unse­rer Pikeniere