Unse­re Darstel­lung: Das Kurbai­ri­sche 

Drago­ner­re­gi­ment Johann Wolf

Unse­re Dar­stel­lung: Das Kur­bai­ri­sche Dra­go­ner­re­gi­ment Johann Wolf

Der Name der Ein­heit, die wir dar­stel­len, ist in den Quel­len unter­schied­lich ange­ge­ben. In der Lite­ra­tur des 19. Jahr­hun­derts wird sehr oft von den „Wolff‘schen Dra­go­ner“, dem „Bai­ri­schen Regi­ment Johann Wolff“ oder dem „Regi­ment Wolf“ gespro­chen. Wir benut­zen den vol­len Namen „Kur­bai­ri­sches Dra­go­ner­re­gi­ment Johann Wolf“ oder kurz „Regi­ment Johann Wolf“.

Da wir bis dato kei­ne Regi­ments­fah­ne unse­rer his­to­ri­schen Vor­la­ge auf­fin­den konn­ten, nut­zen wir für unse­re Dar­stel­lung eine eige­ne Fah­ne, bestehend aus typi­schen Ele­men­ten einer Dra­go­nerfah­ne. Der Spruch „SIC TRANSIT GLORIA MUNDI“ ist eben­falls auf his­to­ri­schen Vor­la­gen zu fin­den und bedeu­tet „So ver­geht der Ruhm der Welt“.

Das Kur­bai­ri­sche Dra­go­ner­re­gi­ment Johann Wolf wur­de seit etwa Ende 1636 vom Obris­ten Johann Wolf geführt. Davor kom­man­dier­te der Obrist Wolf das Dra­go­ner­re­gi­ment Werth. Er erhielt sein eige­nes Regi­ment auf­grund sei­ner Leis­tun­gen in baye­ri­schen Mili­tär­diens­ten. Durch den tap­fe­ren Ein­satz des Oberst Wolf und sei­ner Sol­da­ten wur­de bei der Schlacht bei Tutt­lin­gen die gesam­te feind­li­che Artil­le­rie erobert. Die­se schlacht­ent­schei­den­de Tat wur­de vom Kai­ser belohnt. Johann Heil­mann schreibt in sei­nem Werk „Kriegs­ge­schich­te von Bay­ern, Fran­ken, Pfalz und Schwa­ben“, der Oberst Johann Wolf sei wohl der tap­fers­te und unter­neh­mends­te Sol­dat der gesam­ten baye­ri­schen Armee. Wei­te­re Punk­te fin­dest Du unter auf der Sei­te Hin­ter­grund.

Glie­de­rung

Wir als Ver­ein stel­len eine Kom­pa­nie des Regi­ment Johann Wolfs dar, die sich in fol­gen­de Trup­pen­tei­le gliedert:

    • 1. Cor­po­ral­schaft: Musketiere
    • 2. Cor­po­ral­schaft: Pikeniere
    • 3. Cor­po­ral­schaft: Artillerie
    • Tross

Im Rah­men des „Ree­nact­ments“ ver­su­chen wir, die Epo­che des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges so genau wie mög­lich nach­zu­stel­len. Anlass für sol­che Dar­stel­lun­gen sind die Wie­der­auf­füh­rung von his­to­ri­schen Ereig­nis­sen und bestimm­ten Sze­na­ri­os (z.B. Gefecht oder Marsch) oder musea­le Ver­an­stal­tun­gen. Unser Haupt­ziel dabei ist die Wissensvermittlung.

Tätig­kei­ten

Die Teil­nah­me an Ver­an­stal­tun­gen stellt nur die Spit­ze des Eis­ber­ges „Ree­nact­ment“ dar. Die Recher­che zur Regi­ments­ge­schich­te, den Lebens­um­stän­den, der Beschaf­fen­heit von All­tags­ge­gen­stän­den und dem Ver­hal­ten der Men­schen der frü­hen Neu­zeit sind die Grund­la­ge für unse­re Dar­stel­lung. Da sich natür­lich nicht jedes Mit­glied gleich inten­siv mit der von uns dar­ge­stell­ten Epo­che beschäf­ti­gen kann, ver­su­chen wir durch regel­mä­ßi­ge Tref­fen, Vor­trä­ge und Mit­tei­lun­gen an unse­re Mit­glie­der ein gewis­ses Grund­wis­sen aufzubauen.

Vor allem die Anfer­ti­gung von Aus­rüs­tung für unse­re Dar­stel­lung stellt eines unse­rer Ste­cken­pfer­de dar. Es ist für uns Teil des „Erleb­nis­ses“ Ree­nact­ment. Man beschäf­tigt sich so mit Roh­stof­fen, Mate­ri­al­kul­tur, Hand­werks­tech­ni­ken und Kon­struk­ti­on von früh­neu­zeit­li­chen Gegen­stän­den, ver­steht und ver­in­ner­licht die­se und kann somit die­ses Wis­sen an das Publi­kum wei­ter­ge­ben. Schö­ner Neben­ef­fekt hier­bei ist, dass man Gegen­stän­de nach sei­nen Wün­schen anfer­ti­gen kann, so Geld spart und nicht auf den Kauf von „von der Stan­ge“ ange­wie­sen ist. Schaue doch ein­fach mal in unser Zeug­haus, um einen Ein­blick zu erhal­ten, was wir alles anfertigen.

Auch der Kon­takt und die Koope­ra­ti­on mit Muse­en sind ein wich­ti­ges Mit­tel für eine kor­rek­te Dar­stel­lun­gen. Wir pfle­gen enge Kon­tak­te zu Mili­tär­mu­se­en und par­ti­zi­pie­ren regel­mä­ßig an deren Living History-Veranstaltungen. 

Wis­sens­ver­mitt­lung kann für uns aber auch auf ande­ren Wegen, wie z.B. auf einer Ver­an­stal­tung, gesche­hen. In der Ver­gan­gen­heit konn­ten wir meh­re­re Vor­trä­ge auf Sym­po­si­en und Tagun­gen archäo­lo­gi­scher und hei­mat­ge­schicht­li­cher Ver­ei­ni­gun­gen abhal­ten. Mit­tels einer Prä­sen­ta­ti­on, Dis­kus­si­ons­run­de und einem Dis­play mit Bewaff­nung, All­tags­ge­gen­stän­den und Klei­dung ver­su­chen wir, einen Ein­blick in unser Hob­by und die Geschich­te des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges zu geben. Falls Du Inter­es­se hast oder uns für einen Vor­trag buchen möch­test, schrei­be uns eine Nach­richt über das Kon­takt­for­mu­lar.

Publi­ka­tio­nen

Um in unse­rem Ver­ein das für die Dar­stel­lung nöti­ge Wis­sen an alle Mit­glie­der bereit­zu­stel­len, publi­zie­ren wir zu ver­schie­de­nen The­men. Je nach Rol­le, die ein Mit­glied dar­stel­len möch­te, gibt es hier­für sog. Gui­des, in wel­cher die Beschaf­fen­heit der benö­tig­ten Aus­rüs­tung erläu­tert ist. Bis dato wur­den fol­gen­de drei Bän­de an unse­re Mit­glie­der ausgegeben:

    • Gui­de zur Aus­rüs­tung der Mit­glie­der des Regi­ment Johann Wolfs, Teil 1: Der Soldat
    • Gui­de zur Aus­rüs­tung der Mit­glie­der des Regi­ment Johann Wolfs, Teil 2: Die Marketenderin
    • Gui­de zur Aus­rüs­tung der Mit­glie­der des Regi­ment Johann Wolfs, Teil 3: Das Lager
Des Wei­te­ren ver­öf­fent­lich­ten wir eine Samm­lung von im Feld­la­ger erprob­ten Rezep­ten, sodass jedes unse­rer Mit­glie­der in der Lage ist, sich wäh­rend einer Ver­an­stal­tung auf authen­ti­sche Art und Wei­se zu ernäh­ren. Auch der siche­re und ein­heit­li­che Waf­fen- und For­ma­ti­ons­drill sind ein wich­ti­ger Teil unse­rer mili­tä­ri­schen Dar­stel­lung, wes­halb unse­re Soldat/innen das regi­ments­ei­ge­ne Drill­buch erhalten.