Unse­re Heimat: Der bayerische

Unter­main zwi­schen Spes­sart und Oden­wald

Unse­re Hei­mat: Der baye­ri­sche Unter­main zwi­schen Spes­sart und Odenwald

Chur­fran­ken

Bei unse­ren Recher­chen zum Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg haben wir natür­lich ein beson­de­res Augen­merk auf unse­re Hei­mat­re­gi­on, den baye­ri­schen Unter­main. Links­sei­tig des Mains befin­det sich der Oden­wald und die Grenz­re­gi­on zu Hes­sen. In öst­li­che Rich­tung brei­tet sich rechts­sei­tig des Mains der Spes­sart aus. Bedingt durch die his­to­ri­sche Zuge­hö­rig­keit zu Kur­mainz wird heu­te die­se Regi­on, wel­che die Land­krei­se Aschaf­fen­burg und Mil­ten­berg umfasst, auch Chur­fran­ken genannt. 

Im Fol­gen­den möch­ten wir eini­ge von uns recher­chier­te Punk­te zu unse­rer Hei­mat­re­gi­on aufzeigen.

Spes­sart­kar­te von Paul Pfin­zing, 1594 (Staats­ar­chiv Nürnberg)

His­to­ri­sche Ortsnamen

NameLKSpes­sart­kar­te 1594Erwäh­nung 1JahrErwäh­nung 2Jahr
Alten­buchMILAlt­buch Dorff
Alzen­auABAlzenawWol­mez­heim vel Alzena1515Alt­zen­aue1529
Amor­bachMIL-Amor­bach1336
Aschaf­fen­burgABAschafenburgAschaf­fen­burg1173
Baben­hau­senDA-Baben­hau­sen12XX
Bad Mer­gen­theimTBB-Mer­gen­theim1629
Bes­ten­haidTBBBes­tehaid
Box­talTBBBupel­den­dorff ?
Bürg­stadtMILBur­stattBürg­s­tatt1625
Col­len­bergMILKolen­berg
Darm­stadtDA-Darmbstatt1600
Dettin­genABTet­tin­gen
Die­burgDA-Die­burg1700
Dorft­pro­zel­tenMILProrel­den Dorff
DornauMILDorn­hai­ne
Dörr­mors­bachABDurmer­spach
Ebers­bachMILEber­spach
Eichen­bühlMIL-Eichen­büell1576
Eisen­bachMILEis­sen­pach
Elsen­feldMILEls­ufEls­ho­ven1629
Erlen­bachMILErle­pachErlen­bach a. Main1521
EschauMILEschichEscha­we1510
Faul­bachMILFaul­bachFaul­bach1625
Fechen­bachMILFechen­bach
Freu­den­bergMILFray­den­berg
Geln­hau­senMKK-Geln­hau­sen1597
Gemün­denMSPGemüntGemün­den am Mayn1567Gemuend an dem Maeyn1656
Groß­heu­bachMILGros Heu­pach
Großkrot­zen­burgMKKGros Krot­zen­pergGross Crot­zen­berg1602
Groß­ost­heimABOst Hai­menGros Ost­heim1695
Groß-UmstadtDA-Vmstatt1556Umbstatt1645
Groß­wall­stadtMILG:WalstatGroß Wals­tat1532
Hau­senMILHau­sen
Hei­gen­brü­ckenABHai­gen­burgHeyger­bru­cken1526Hai­gen­brü­cken1633
Hob­bachMILHohen­bach
Hof­stet­ten MILHof­stet­ten
Hör­steinABHirs­tain
Hös­bachABHess­pachHös­pach1569
KahlABKalKahl1625
Kirch­zellMIL-Kich zu Zell1534Kirch­zell1570
Klein­heu­bachMILHeu­pachKleyn Heu­pach1521
Klein-Krot­zen­burgOFKlein Krot­zen­pergCrot­zen­berg inferior1517minor vil­la Croczenbergk1518
Klein­wall­stadtMILK:WalstatKlein­wall­stadt1521
Klin­gen­bergMILKlin­gen­berg
Klot­zen­hof (Groß­heu­bach)MILKlot­zen­hof
Lau­den­bachMILLau­ten­pach
Lei­ders­bachMILKlen­der­spachLey­ders­bach1532Lei­ders­bach1624
LohrMSPLohrLoarn1573Lahr1747
Markt­hei­den­feldMSPMarkt­hei­den­feld1649
Mechen­hardMILMeche
Mil­ten­bergMILMil­ten­bürgMild­em­berg1291Mil­ten­berg1675
Möm­brisABMem­breß1592Memers1625
Möm­lin­genMIL-Mömb­lin­gen1622
Mönch­bergMILMein­gs­wert
Neu­hüt­tenMSPNewen­hut­ten1526Neühüt­ten1649
Neun­kir­chenMIL-Neun­kir­chen1576
Nie­dern­bergMILNidernpurgNie­dern­berg1609
Nilk­heimABNulck­aim
Obern­burgMILStat Obernpurg
Röll­bachMILRol­pach
Röll­feldMILRul­feld
Ross­bachMILRospach
Ross­hof (Groß­heu­bach)MILRoß­hof
RüdenauMIL-Rüdena­we1389Rüdenaw1698
SailaufABUnder­Sey­laffSeil­lauff1626
Schip­pachMILSchu­pach
Schmach­ten­bergMILSchmaich­berg
Schnee­bergMIL-Schney­berg1592Schnay­pergk1570
Seli­gen­stadtOFSel­gens­tatSeli­gen­stadt14XX
Som­mer­auMILSumerau
Stadt­pro­zel­tenMILBro­cel­den SchlosStatt­prodt­sel­den1617Stadt­prod­sel­den1625
Stock­stadtABStock­s­tatStock­stadt1625
StreitMILStreit­dorff
Sulz­bachMILSulz­bachSulz­bach1312
Tau­ber­bi­schofs­heimTBB-Bischofs­heim1629Tau­ber­bi­schofs­heimab 1850
Trenn­furtMILCreutz­werd / Trenfert
Vol­kers­brunnMILVol­ker­sprunn
Wald­a­schaffABWald­a­schaff
Was­ser­losABWas­ser­ler
Weil­bachMIL-Weil­bach1585
Wert­heimTBBWert­haimWert­heim1656
Wil­den­seeMILWil­den­see
Wil­den­steinMILWil­den­stein
Win­ters­bachMILWin­ter­spach
WörthMILWer­tha

Wüs­tun­gen

Spe­zi­ell der Zeit­raum von 1632 bis 1636 war auf Grund der hohen Anzahl an Trup­pen­durch­zü­gen und der Pest­wel­len 16341636 für den Unter­main beson­ders tra­gisch. Bewoh­ner klei­ne­rer Ort­schaf­ten flüch­te­ten in die umlie­gen­den Städ­te, um vor Sol­da­ten oder der Pest Schutz zu fin­den. In unse­rer Hei­mat­re­gi­on sind somit ver­schie­de­ne Ort­schaf­ten auf­ge­ge­ben wor­den und dar­aus Wüs­tun­gen entstanden.

Name Ver­or­tung Wüst wer­den 
Main­hau­sen Rechts­sei­tig des Mains,
gegen­über der Mümling-Mündung
zwi­schen 1580 und 1640

Hau­sen bei Möm­lin­gen

(“Hau­sen hin­ter der Son­ne” oder “Ober­bur­gers­hau­sen”)

Zwi­schen Möm­lin­gen und Hainstadt spä­tes­tens 1650
Zwi­schen
den Bächen
Ober­halb von Rück und
Ober­schip­pach
16321636
Ober­schip­pach Süd­lich von Rück-Schippach 16321636

Quel­le: His­to­ri­scher Atlas von Bay­ern, Teil Fran­ken, Obern­burg, Kom­mis­si­on für baye­ri­sche Lan­des­ge­schich­te Mün­chen, 1968

Karte_Wüstungen
Kar­te Wüs­tun­gen Land­kreis Obern­burg, His­to­ri­scher Atlas von Bay­ern, Teil Fran­ken, Obern­burg, S. 31

Maße & Einheiten

Erwäh­nunghis­to­rischAbk.Umrech­nungmodern
Volu­men Flüssigkeiten:1655, Klin­gen­bergFuder=6 Ohm1,18 hl
Ohm=2 Eimer197 Liter
Eimer=2 But­ten98,3 Liter
Butte=10 Vier­tel49,2 Liter
Viertel=2 Maß4,92 Liter
Maß=4 Seid­lein2,49 Liter
Seidlein0,615 Liter
1620, AugsburgSchaff205,27 Liter
Viertel=18 Maß19,24 Liter
Maß1,069 Liter
Volu­men Feststoffe:1619, Bay­ernBay. Met­ze37,05 Liter
1619, AschaffenburgAsch. Mal­ter=1,32 Pro­zel­te­ner Malter139,6 Liter
=3,768 bay. Metzen
1619, ProzeltenProz. Mal­ter=8 Sim­mer105,76 Liter
Simmer=4 Met­zen13,22 Liter
=3 Drei­ling
Metzen3,3 Liter
Dreiling=5 18 Maß4,41 Liter
Maß0,86 Liter
1619, KlingenbergKling. Mal­ter=4 Groß-Sim­mer
Groß-Simmer=2 Klein-Sim­mer
Klein-Simmer=4 Seck­ler
Seckler
Metzen?
Wäh­rung:1604, Klin­gen­bergGul­denfl= 27 Albus
Albusalb=8 Pfen­nig
PfennigPf2 Pfen­nig =3 Heller
Heller
1645, KlingenbergGul­denfl=15 Bat­zen
Batzen=60 Kreu­zer
Kreuzer
1603, ProzeltenGul­denfl=21 Tur­no­sen
Turnosen=12 Pfen­nig
PfennigPf=2 Hel­ler
Heller
1645, ProzeltenGul­denfl=15 Bat­zen
Batzen=4 Kreu­zer
Kreuzer=4 Pfen­nig
PfennigPf=2 Hel­ler
Heller
Flä­che:1655, Klin­gen­bergMor­gen=160 Qua­drat­ru­ten
Quadratrute=144 Qua­drat­schuh
Quadratschuh
Län­gen:1655, Klin­gen­bergRute=12 Schuh
Schuh
Gewicht:1620, Augs­burgTon­ne=2000 Pfund944 kg
Pfund472 g
Prei­se:1604, Klin­gen­berg1 Som­mer­huhn4 Pfen­nig
1 Gans12 Pfen­nig
1650, Klingenberg1 Fast­nachts­huhn3 alb.
1 Som­mer­huhn1 alb.

Quel­le: Sozi­al­ge­schicht­li­che und sozio­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen zu Klin­gen­berg und Röll­feld (in Würz­bur­ger Diö­ze­san Geschichts­bü­cher, Band 52) Dr. Die­ter Micha­el Fein­eis, 1990

Ereig­nis­se

Jahr Datum Text Quel­le Sei­te Autor
1619 Pfarr­haus Neun­kir­chen wird von pfalz­gräf­li­chen Sol­da­ten zerstört. Nibe­lun­gen, Mus­ke­tie­re und Tagelöhner 189 Wer­ner Trost
1620 Ligis­ti­sche Trup­pen zie­hen plün­dernd durch den Bach­gau gen Hanau. Bei­trä­ge zur Gesch. von Baben­hau­sen in der Zeit des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieges 21 Klaus Lötzsch
1621 Evan­ge­li­sche Orte des Land­krei­ses Mil­ten­berg (Klein­heu­bach & Eschau) wer­den geplündert. Nibe­lun­gen, Mus­ke­tie­re und Tagelöhner 189 Wer­ner Trost
1621 Til­ly resi­diert im Gast­haus zum Rie­sen in Miltenberg . Von Mund­schen­ken, Häckern und Winzern 39 Wer­ner Trost
1621 Im Okto­ber 1621 quar­tiert sich ein baye­ri­sches Corps mit 2000 Mann, sowie kai­ser­li­che und spa­ni­sche Trup­pen im Raum Umstadt/Otzberg ein. Die Ves­te Otz­berg wird bela­gert und nach 3monatiger Bela­ge­rung kapi­tu­liert die Besat­zung unter Haupt­mann Juli­us von Damm im Janu­ar 1622. Otz­berg Burg – Fes­tung – Kaserne 13 Dr. Axel W. Gleue
1621 23.10.1621 2600 Mann baye­ri­sche Armee rücken in Schaaf­heim, Lang­stadt, Klee­stadt und Alt­heim ein. Die Orte wer­den schwer geplündert. Bei­trä­ge zur Gesch. von Baben­hau­sen in der Zeit des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieges 21 Klaus Lötzsch
1621 24.11.1621 600 Mann (Kai­ser­lich) dar­un­ter ein Regi­ment beson­ders dis­zi­plin­lo­ser Spa­ni­er haus­ten grau­sam in Schaaf­heim, Lang­stadt und Alt­heim. In Schaaf­heim bra­chen sie in Kir­che und Rat­haus ein: was nicht zu plün­dern war, zer­stör­ten sie. Bei­trä­ge zur Gesch. von Baben­hau­sen in der Zeit des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieges 21 Klaus Lötzsch
1622 Gan­ze Main-Ebe­ne bis in den Oden­wald mit kai­ser­li­chen Trup­pen belegt, Bewoh­ner flo­hen mit Vieh ins befes­tig­te Baben­hau­sen, Groß-Umstadt oder such­ten Zuflucht in den Wäl­dern. 2500 Flücht­lin­ge und 9 Schaf­her­den in Baben­hau­sen. Schaaf­hei­mer Kir­che wird Raub der Flammen. Bei­trä­ge zur Gesch. von Baben­hau­sen in der Zeit des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieges 25 Klaus Lötzsch
1622 20.01.1622 Am 20. Janu­ar erstürm­ten die Bay­ern das Berg­schloß Otz­berg bei Groß­um­stadt und rück­ten unter Til­ly durch den Bach­gau den Braun­schwei­gern unter Her­zog Chris­ti­an entgegen. 1900 Jah­re Obernburg 106 Leo Hef­ner
1622 05.1622 16.000Mann der Uni­on lie­gen in der Graf­schaft Darm­stadt: schwe­re Plünderungen. Bei­trä­ge zur Gesch. von Baben­hau­sen in der Zeit des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieges 25 Klaus Lötzsch
1622 28.05.1622 Til­ly hat sein Quar­tier in Mos­bach (Anm: im “Com­mend­hof”), daß er bald ver­ließ, um in Aschaf­fen­burg die weit und breit ein­zigs­te Main­brü­cke für sein Vor­rü­cken auf die ande­re Main­sei­te zu benutzen. 1900 Jah­re Obernburg 107 Leo Hef­ner
1622 24.06.1622 Vom 24. bis 30. Juni hat­te Til­ly sein Haupt­quar­tier in Seligenstadt 1900 Jah­re Obernburg 107 Leo Hef­ner
1623 23.06.1623 Über­fall kroa­ti­scher Rei­te­rei auf das Schloss Erbach. Das Schloss wur­de teil­wei­se zerstört/beschädigt. Der Angrif wur­de aber abge­schla­gen. Es exis­tiert ein Gemäl­de vom Über­fall. In Erbach hat es einen Tür­stock gege­ben in den durch einen kroa­ti­schen Sol­da­ten ein­ge­schnitzt war: Zu Erpach in dem Oden­wald gibts nix zu fres­sen furcht­bar kalt. (Anm. zum Datum: Die Jah­res­zahl vari­iert je nach Quel­le von 1621–1623) Geschich­te der Stadt Erbach
1630 18.03.1630 Der regie­ren­de Graf Phil­ipp Moritz von Hanau-Mün­zen­berg hat am 16.03.1630 in Aschaf­fen­burg sei­nen Eid als kai­ser­li­cher Obrist geleistet. Zwi­schen Krieg und Stillstand 3 Chris­ti­an Kodritzki
1631 10.1631 Ende Okto­ber stand sein Heer (Til­ly) in der Gegend um Aschaffenburg. Jan von Werth 15 Hel­mut Lahrkamp
1631 22.10.1631 Til­ly ver­ei­nigt sich mit Her­zog Karl IV. von Loth­rin­gen in Aschaf­fen­burg. Das Heer des Her­zogs lag zwi­schen Freu­den­berg und Bürg­stadt. Rin­der, Käl­ber und Och­sen muss­ten für die Ver­pfle­gung gelie­fert werden. Nibe­lun­gen, Mus­ke­tie­re und Tagelöhner 184 Wer­ner Trost
1631 11.1631 Unser Söld­ner (Hagen­dorf) leg­te, vor­wie­gend unter dem Kom­man­do des zurück­wei­chen­den Til­ly, den wei­ten Weg nach Aschaf­fen­burg in Fran­ken zurück. Hier hat­te sich Til­ly im Okto­ber 1631 mit dem Her­zog Karl von Loth­rin­gen ver­ei­nigt und stand nun wie­der an der Spit­ze von 40000 Mann. Peter Hagen­dorf – Tage­buch eines Söldner 153 Jan Peters
1631 12.11.1631 Der Über­fall von Hanau durch schwe­di­sche Dra­go­ner unter Oberst Hau­bold. Die­ser Erfolg ermög­lich­te den Fall von Aschaf­fen­burg und Frank­furt. (Anm: Ascha­fen­burg kapi­tu­liert kampf­los vor den Schwe­den unter Gus­tav II. Adolf. Der klei­ne Krieg, sein Wesen und sei­ne Bedeu­tung 1855 216 C. Hel­muth
1631 21.11.1631 Eine schwe­di­sche Vor­ab­tei­lung kommt in Mil­ten­berg an, Gus­tav II. Adolf zieht am Abend in Mil­ten­berg ein. Die Stadt konn­te nur durch die Zah­lung der Sum­me von 10.500 Gul­den vor der Brand­schat­zung geret­tet werden. Nibe­lun­gen, Mus­ke­tie­re und Tagelöhner 186 Wer­ner Trost
1631 22.11.1631 Am 12./22.11.1631 muss­te Aschaf­fen­burg vor den Schwe­den kapi­tu­lie­ren und schon am 27. Novem­ber kamen die ers­ten Schwe­den in Mainz an. Schwe­den­zeit in Fran­ken und Schwaben 2 Chris­ti­an Kodritzki
1631 22.11.1631 Gus­tav II. Adolf zieht in Obern­burg ein. Er und sei­ne hohen Offi­zie­re resi­die­ren im Gast­haus Kro­ne (Heu­te Stopschild). 1900 Jah­re Obern­burg / HVV Obernburg 106 Leo Hef­ner
1632 Graf Lud­wig von Erbach erhält Klos­ter Amor­bach und Klos­ter Him­mel­thal von Gus­tav II. Adolf. Nibe­lun­gen, Mus­ke­tie­re und Tagelöhner 190 Wer­ner Trost
1634 Graf Gott­fried von Erbach wird schwe­di­scher Kom­man­dant der Burg Breu­berg, Eli­sa­beth Julia­ne von Erbach hei­ra­tet den schwe­di­schen Feld­mar­schall Johann Baner. Nibe­lun­gen, Mus­ke­tie­re und Tagelöhner 190 Wer­ner Trost
1634 19.09.1634 Die schwe­di­sche Besat­zung Mil­ten­bergs endet. Nibe­lun­gen, Mus­ke­tie­re und Tagelöhner 190 Wer­ner Trost
1634 29.09.1634 Erobe­rung Mil­ten­bergs durch Kai­ser­li­che Trup­pen unter von Ossa. Von Kro­nach nach Nördlingen 350 Peter Enge­ris­ser
1634 29.09.1634 Über­fall bei Klein­wall­stadt. Kai­ser­lich, spa­ni­sche Trup­pen grei­fen ein 500 Mann star­kes Kür­as­sier- und Arke­bu­sier­re­gi­ment unter James King an. Der Angriff wird abgeschlagen. Nörd­lin­gen 1634 152 Peter Enge­ris­ser
Am glei­chen Tag (29.09.1643) noch zogen die Spa­ni­er main­auf­wärts in Rich­tung Aschaf­fen­burg und mach­ten einen Anschlag auf ein 500 Pfer­de star­kes Kür­as­sier­re­gi­ment des Her­zogs Georg von Lüne­burg, wel­ches der schot­ti­sche Gene­ral­ma­jor James King her­an­ge­führt hat­te und wel­ches in Klein­wall­stadt logier­te. Der Major des king­schen Regi­ments, Per Anders­son konn­te die Angrei­fer jedoch zurück­schla­gen. Am nächs­ten Mor­gen ver­such­ten die Spa­ni­er mit Ver­stär­kung einen erneu­ten Angriff, die lüne­bur­gi­schen Kür­as­sie­re hat­ten sich aber bereits nach Dör­nig­heim bei Hanau zurückgezogen. Der Dreis­sig­jäh­ri­ge Krieg in Selbstzeugnissen Dr. Bernd Warlich
1634 03.10.1634 Kai­ser­li­che Trup­pen unter Wolf­gang Rudolf von Ossa erobern Aschaffenburg. Nörd­lin­gen 1634 153 Peter Enge­ris­ser
1634–1635 Ein­satz eines Kel­ler­meis­ters schwe­di­scher Gna­den in Klin­gen­berg. Hier­durch kei­ne Cent­bu­ßen und Abhal­ten von Centgerichten. Chro­nik der Stadt Klin­gen­berg am Main, Band I 164 Stadt Klin­gen­berg am Main
1635 Bela­ge­rung der Stadt Babenhausen. Bei­trä­ge zur Gesch. von Baben­hau­sen in der Zeit des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieges 58 Klaus Lötzsch
1635 Graf Fer­di­nand Carl von Löwen­stein wird kai­ser­li­cher Befehls­ha­ber der Burg Breuberg. Nibe­lun­gen, Mus­ke­tie­re und Tagelöhner 190 Wer­ner Trost
1635 Schre­ckens­jahr im Land­kreis Mil­ten­berg: Gro­ße Hun­gers­not in Mil­ten­berg, Hälf­te der Bewoh­ner Klin­gen­bergs stirbt an der Pest, Neun­kir­che­ner Ein­woh­ner ver­las­sen ihren Ort wegen der Pest. Nibe­lun­gen, Mus­ke­tie­re und Tagelöhner 190 Wer­ner Trost
1635 02.01.1635 Über­fall bei Michelbach. Von Kro­nach nach Nördlingen 609610 Peter Enge­ris­ser
1636 Im Früh­jahr 1636 reis­te eine eng­li­sche Gesand­schaft von Hol­land über Rhein und Main, durch Fran­ken und die Ober­pfalz durch Mit­tel­eu­ro­pa. Im Auf­tragb des eng­li­schen Königs fer­tigt einer der Gesand­ten Ansich­ten der Städ­te Klin­gen­berg, Obern­burg und Mil­ten­berg an. Blu­ti­ger Som­mer – eine Deutsch­land­rei­se im dreis­sig­jäh­ri­gen Krieg Wil­liam Crow­ne 1637
1636 18.08.1636 Am Sams­tag, den 18. August um 12 Uhr kamen 600 Kroa­ten zu Fuß mit ihrem Tross und etwa 70 zu Pferd von Mim­b­lin­gen (Möm­lin­gen) her bei der Stadt Groß-Umstadt vor­über. Eigent­lich soll­ten sie wei­ter­mar­schie­ren, den vori­gen Zügen fol­gen, woll­ten aber nicht.  Die Jagd auf Feld­mar­schall Johann Banèr 1637 231 Chris­ti­an Kodritzki
1636 25.12.1636 Der Haupt­mann von der Ley­en war mit 2 Com­pa­gni­en des Regi­men­tes Doh­na in Aschaf­fen­burg im Winterquartier. Zwi­schen Krieg und Stillstand 59 Chris­ti­an Kodritzki
1637 Erfolg­lo­se Bela­ge­rung der Burg Breu­berg durch schwe­di­sche Truppen. Nibe­lun­gen, Mus­ke­tie­re und Tagelöhner 190 Wer­ner Trost
1637 Im Jah­re 1637 such­te der schwe­di­sche Gene­ral Ram­say die Burg Breu­berg durch Ver­rat zu neh­men. Er hat­te sich drei Tage lang unbe­merkt in den Wäl­dern ver­steckt gehal­ten und beab­sich­tigt die kai­ser­li­che Besat­zung zu über­ra­schen – der Ver­such miß­lang. Eine län­ge­re Bela­ge­rung der Fes­te Breu­berg ist weder durch das Archiv des Breu­berg noch sonst geschicht­lich festzustellen. Hei­mat- und Orts­ge­schich­te Möm­lin­gen S. 21 21 Adam Otto Vogel
1637 30.04.1637 Am 30.04.1637 hat Ram­say die Resi­denz­stadt Aschaf­fen­burg ohne Vor­war­nung ange­grif­fen und aus­plün­dern las­sen. Haupt­man Hans (Johann) Hen­rich Fischer hat die sich in Sicher­heit wie­gen­de Stadt mit 200 Mann überfallen. Zwi­schen Krieg und Stillstand 99 Chris­ti­an Kodritzki
1637 28.08.1637 Der Marsch Sper­reu­ters mit 3 Regi­men­ter Kaval­le­rie über Aschaf­fen­burg, Ost­heim, Die­burg, Umstadt nach Michel­stadt, Iso­la­no folgend. Sei­ten­wech­sel 67 Chris­ti­an Kodritzki
1639 …wur­de der erba­chi­sche Rat Dr. Hin­ter­hö­fer von einem löwen­stei­ni­schen Söld­ner erschos­sen, als er auf Ein­lass in die Fes­tung Breu­berg wartete. Chro­nik des Breuberges
1639 28.08.1639 Brief aus Mil­ten­berg. Er berich­tet auch, dass am Vor­ta­ge der Bru­der der Gemah­lin Graf Gal­las, Graf Lodron mit 20 Pfer­den durch Mil­ten­berg gekom­men sei. Er woll­te zur pic­co­lomi­ni­schen Armee. Zwi­schen Freund und Feind 38 Chris­ti­an Kodritzki
1639 31.10.1639 Am 31.10. war das Haupt­quar­tier von Pic­co­lomi­nis Armee in Seli­gen­stadt. Marsch­rich­tung Böhmen. Zwi­schen Freund und Feind 97 Chris­ti­an Kodritzki
1639 10.12.1639 Am 10. Dez. kam der nament­lich bekann­te Oberst Chris­toph Hen­rich Gey­ling von Alt­heim mit einem Regi­ment Kür­as­sie­re in den Ämtern Umstadt und Otz­berg an. Sein Haupt­quar­tier nahm er in Lengfeld. Zwi­schen Freund und Feind 182 Chris­ti­an Kodritzki
1639 25.12.1639 Nur der Oberst Wolf blieb mit 450 Mann vom Regi­ment des Oberst Rei­nach in Aschaf­fen­burg. Sein eige­nes Regi­ment wur­de auf­ge­teilt. Je eine Kom­pa­gnie in Stein­heim, Seli­gen­stadt, Obern­burg, Klin­gen­berg, Mil­ten­berg, Lohr. Zwi­schen Freund und Feind 184 Chris­ti­an Kodritzki
1639 27.12.1639 Vom 27. 12. gibt es einen Bericht, der besagt, das alle Kur­main­zer Orte, wie Stein­heim, Seli­gen­stadt, Die­burg, Baben­hau­sen, Aschaf­fen­burg, Mil­ten­berg und Obern­burg mit Kriegs­volk belegt waren. Der Oberst Wolf war mit 300 Mann in Ostheim. Zwi­schen Freund und Feind 201 Fn 334 Chris­ti­an Kodritzki
1640 22.06.1640 Am 22. Juni 1640 erfuhr der Bür­ger­meis­ter von Obern­burg vom Oberst Wolf, in Aschaf­fen­burg, das eini­ge Schwe­den über den Main bei Seli­gen­stadt kamen und Vieh gestoh­len hat­ten. 10 in Seli­gen­stadt lie­gen­de Sol­da­ten von ihm und 30 Bür­ger konn­ten den Schwe­den das Vieh aber wie­der abjagen. Stadt­ar­chiv Obernburg
1644 Die Gra­fen von Erbach kön­nen den Breu­berg in einem Über­ra­schungs­an­griff zurück­er­obern und hiel­ten ihn bis zum West­fä­li­schen Frie­den besetzt.
1644 09.1644 Steht die bai­ri­sche Armee teil­wei­se bei Stein­heim, (Mer­cy, Rück­zug von Frei­burg) 1 Cor­net und 35 Dra­go­ner von Johann Wolf befin­den sich 14 Tage in Babenhausen. Bei­trä­ge zur Gesch. von Baben­hau­sen in der Zeit des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieges Klaus Lötzsch
1644 15.10.1644 Wolfs Dra­go­ner erhal­ten noch ab 05.//15. Okto­ber 1644 6 Wochen lang Ver­pfle­gung (in Baben­hau­se?). Cor­po­ral dort war Johann Steyn. Wach­meis­ter war Clau­ti Berlin. StD. E8A 1372
1644 19.10.1644 Am 09./19. Okto­ber 1644 wird Obrist Wolf um Abfüh­rung des in Baben­hau­sen sta­tio­nier­ten Cor­nets von 37 Dra­go­nern gebeten. StD. E8A 1371
1644 21.10.1644 Am 21. Okto­ber ant­wor­tet Wolf aus Aschaf­fen­burg auf den Befehl vom 09./19. Okto­ber zur Abfüh­rung des Cor­nets aus Babenhausen. StD. E8A 1371
1644–1645 Durch­zug und Ein­quar­tie­rung hatz­fel­di­scher Trup­pen am Untermain. Chro­nik der Stadt Klin­gen­berg am Main, Band I 164 Stadt Klin­gen­berg am Main
1645 900 Dra­go­ner zer­stö­ren in Bürg­stadt die Häu­ser und Schäu­nen, um Brenn­holz zu gewin­nen. Die Ein­woh­ner ver­las­sen den unbe­wohn­bar gewor­de­nen Ort. Nibe­lun­gen, Mus­ke­tie­re und Tagelöhner 190 Wer­ner Trost
1645 05.05.1645 Schlacht bei Mergentheim/Herbsthausen. Von Kro­nach nach Nördlingen 613 Peter Enge­ris­ser
1645 03.08.1645 Schlacht bei Aler­heim. Franz von Mer­cy fällt. Zug der Bay­ern nach Fran­ken zurück. Sei­ten­wech­sel 120ff Chris­ti­an Kodritzki
1645–1646 Die baye­ri­sche Armee lagert im Amor­ba­cher Grund. Chro­nik der Stadt Klin­gen­berg am Main, Band I 164 Stadt Klin­gen­berg am Main
1646 Klin­gen­berg wird von den Schwe­den kom­plett aus­ge­plün­dert, tra­gen Mobi­li­en, Lebens­mit­tel und Wein davon. Chro­nik der Stadt Klin­gen­berg am Main, Band I 165 Stadt Klin­gen­berg am Main
1647 Fran­zö­si­sche Trup­pen neh­men die Ves­te Otz­berg ein. Mit dem west­fä­li­schen Frie­den 1648 kam die Ves­te wie­der an die Pfalz. Chro­nik der Ves­te Otzberg
1647 Die fran­zöi­sche Armee unter Gene­ral Turen­ne zieht durch das Main­tal und wütet in Klin­gen­berg. Die letz­ten Vor­rä­te wer­den mit­tels Schiff nach Frank­furt in Sicher­heit gebracht. Chro­nik der Stadt Klin­gen­berg am Main, Band I 165 Stadt Klin­gen­berg am Main
1647 Kai­ser­li­che Armee unter Mont­e­cuc­co­li besetzt Klin­gen­berg und ver­nich­tet die letz­ten Vorräte. Chro­nik der Stadt Klin­gen­berg am Main, Band I 165 Stadt Klin­gen­berg am Main
Über­fall durch kroa­ti­sche Rei­ter auf Erbach am 23. und 24.06.1623, Gemäl­de im Schloss Erbach