Musketier

Du stehst auf den Geruch von Schwarzpulver oder Schießen? Dann werde Musketier in unseren Reihen!

Das Abfeuern einer Musketensalve ist eines der aufsehenerregendsten Vorgänge, die auf dem Schlachtfeld passieren! Der Rückstoß beim Schuss, die Funken und der opulente Qualm gepaart mit dem Geruch des vernrannten Schwarzpulvers lassen bei jedem unserer Akteure sofort das “Reenactment-Feeling” aufleben. Natürlich nutzen wir bei unserer Darstellung kein Projektil beim Schuss, sondern geben lediglich eine Schwarzpulverladung in den Lauf. Jeder Erwachse ohne körperliche Einschränkungen, egal welchen Geschlechts, kann Musketier werden. Ideal ist diese Rolle zudem für Personen, die eher defensiv am Schlachtgeschehen teilnehmen wollen.

Musketier, Jacob de Gheyn, Waffenhandlung von den Röhren, Mussqueten und Spiessen, 1608, (bearbeitet)

Ausrüstung

Neben dem Standardsatz an Bekleidung, bestehend aus Leinenhemd, Wams, Hose, Hut, Strümpfen und stabilen Schuhen, benötigen Musketiere zusätzlich eine Luntenschlossmuskete, Stützgabel und Bandelier. Am Bandelier befinden sich hölzerne Behälter, in welchen sich exakt die Menge Schwarzpulver für einen Schuss befindet. Ergänzt werden kann die Ausrüstung des Musketiers durch eine Pulver- und Ölflasche sowie eine Beiwaffe in Form eines einfachen Haudegens oder einer Gebrauchsaxt. 

Aufwand

Durch den Umgang mit Schwarzpulver benötigst Du als Musketier eine gesetzliche Genehmigung. Wir bereiten Dich gerne auf den Erwerb dieser vor und unterstützen Dich beim Beantragen dieser. Um Deine Ausrüstung möglichst authentisch zu gestalten und nebenbei auch noch Geld zu sparen, können wir diese in unseren Regimentswerkstätten selbst anfertigen. Du besitzt hierbei die Möglichkeit, unterstützend mitzuwirken und einen Blick in Materialkultur und Handwerk der frühen Neuzeit zu ergattern. Sobald Du Mitglied in unseren Reihen wirst, erhältst Du unsere Guides zur Ausrüstung, in welchen nochmal genau erläutert ist, was Du alles benötigst. Unter dem Punkt “Publikationen” im Menü Darstellung findest Du mehr hierüber.

Hintergrund

Benannt nach seiner Hauptbewaffnung, der Luntenschlossmuskete, wird der Musketier der Infanterie zugeordnet. Das Zünden der Muskete geschieht durch eine glimmende Hanfschnur, die in einen Hahn am Musketenschloss eingeklemmt ist. Betätigt der Schütze den Abzugsbügel, bewegt sich der Hahn mit der glimmenden Lunte Richtung Laufende. Am dortige Zündloch ist die Zündpfanne angebracht, in welcher sich feines Schwarzpulver befindet. Trifft die Lunte in die Zündpfanne, entzündet sich das feine Pulver, wodurch der Feuerstrahl durch das Zündloch in das Innere des Laufes kommt und die dortige Ladung zündet. Die Schussweite der Musketen wird mit 250m angegeben, wobei die effektive Kampfdistanz wesentlich geringer war. Nach dem schweizerische Militärtheoretiker Lavater, solle man das Weiße im Auge des Gegners sehen, ehe man schieße. Auf Grund des hohen Gewichts ihrer Musketen (>5kg) nutzten die Musketiere eine Stützgabel (“Fourget”) um Kraft während des Lade- und Zielvorgangs zu sparen. Die ab 1630 in Suhl gefertigten schwedischen Musketen besaßen eine Lauflänge von 102cm, ein Kaliber von 19,7mm und wogen etwa 4,5-4,7kg. Sie konnten auf Grund des geringeren Gewichtes bereits ohne Stützgabel geschossen werden, wobei sie zumeist noch auf Grund langer Lade- und Zieldauern doch genutzt wurde. Auf Grund der glatten Läufe, die das Geschoss nicht wie bei modernen Waffen in einen Drall versetzten, soll die Treffsicherheit auf 75m nur ca. 50% betragen haben. Aus diesem Grund wurden Musketiere effektiv in größeren Formationen eingesetzt. Ein Meilenstein stellt die Entwicklung des rollierenden Salvenfeuers dar, bei welchem sich jedes Glied einer Formation in einem unterschiedlichen Ladestatus befindet und das vorderste den Schuss abgibt und nach hinten geht. So kann ein Dauerfeuer aufrecht erhalten werden.

Impressionen unserer Musketiere