Kanonier

Du findest Kanonen faszinierend und die rohe Gewalt beim Abfeuern der Kanone beeindruckt dich? Dann werde Kanonier in unseren Reihen!

Der Donner der Kanonen lässt alle Personen auf dem Schlachtfeld erzittern und sorgt, gepaart mit dem wallenden Rauchschwaden, für echte Gänsehaut. Jeder Erwachse, egal welchen Geschlechts, kann Kanonier werden. Ideal ist diese Rolle zudem für Personen, die weniger mobil sind und das Schlachtgeschehen lieber von Weitem beobachten.

Ausrüstung

Die Ausrüstung des Kanoniers besteht aus einem Satz an Bekleidung, bestehend aus Leinenhemd, Wams, Hose, Hut, Strümpfen und stabilen Schuhen. Weitere praktische Gegenstände, wie ein Fouragebeutel zum Verwahren der persönlichen Dinge, eine Beiwaffe oder Lederkoller können die Ausrüstung des Kanoniers ergänzen. Wir besitzen in unserem Regiment mehrere Artilleriestücke samt Zubehör, die Du während einer Veranstaltung bedienst. 

Aufwand

Kanoniere benötigen auf Grund des Umgangs mit Schwarzpulver eine gesetzliche Genehmigung. Wir bereiten Dich gerne auf den Erwerb dieser vor und unterstützen Dich beim Beantragen dieser. Wir sind im Regiment in der Lage, viele Ausrüstungsgegenstände selbst anzufertigen. Gerne darfst du hierbei aktiv teilnehmen und unterstützend mitwirken. Du erfährst so etwas über Handwerk und Materialkultur während des Dreißigjährigen Kriegs und bekommst günstig authentische Bekleidung. Sobald Du Mitglied in unseren Reihen wirst, erhältst Du zudem unsere Guides zur Ausrüstung, in welchen nochmal genau erläutert ist, was Du alles benötigst. Unter dem Punkt “Publikationen” im Menü Darstellung findest Du mehr hierüber.

Hintergrund

Die Reichweite eines 48-pfündigen Geschütztes (Kartaune, Kaliber ca. 160mm) lag bei senkrechtem Rohr bei 110m, ehe die Kugel das erste mal auf dem Boden aufsetzt. Bei ca. 600m rollte die Kugel dann aus. Diesen, zunächst gering erscheinenden, Entfernungen liegt jedoch zu Grunde, dass sie sich bereits bei einer Winkeländerung des Rohres um 1 Grad verdoppeln. Die kinetische Energie einer solchen Kugel bis zum Ausrollen ist auf Grund der hohen Masse jedoch immens. Auf 75m drang eine solche Kugel gut 5,6m in ein Erdwerk ein. Diese verheerende Wirkung wurde, vor allem beim waagrechten Schuss, bei dem die Kugel etwa mannshoch fliegt und immer wieder aufprallt, genutzt, um tiefe Gassen in die gegnerischen Formationen zu reißen. Das Bedienen der Geschütze oblag den Kanonieren (auch “Stückknechte” genannt). Diese teils lebensgefährliche Schwerstarbeit wurde oftmals von begnadigten Verbrechern oder schlechter besoldeten Kriegsvölkern durchgeführt. So setzten die Schweden beispielsweise die eher unbeliebten, günstigen Finnen zur Bedienung der Regimentsstücke ein. Die Obhut über die Geschützmannschaft hatte ein Stückmeister, der mit den komplizierten Ballistik- und Ladungsberechnungen vertraut war. Der logistische Aufwand ein Geschütz mitzuführen, zu versorgen, zu unterhalten und zu benutzen ist immens und spiegelt sich in den geringen Zahlen der Stücke, die in den Feldschlachten eingesetzt wurden, wieder. So nutzte das kaiserlich-katholische Heer bei der Schlacht bei Breitenfeld 1631 eine als “groß” beschriebene Artillerie, welche 30 Geschütze umfasst. Betrachtet man die 32.000 Soldaten Infanterie und Kavallerie der Kaiserlichen, so ist dieses Verhältnis eher gering. Um ein 60-pfündiges Geschützt 8 Tage à 30 Schuss zu versorgen, wurden 150kg Pulver, 13 Wagen mit 99 Pferden sowie dazu 3 Stückknechte und 2 Büchsenmeister samt Zubehör benötigt. Auch die Anschaffungskosten für ein Geschütz waren alles andere als gering. Anhand einer Rechnung des Nürnberger Stückgießers Leonhard Loewe, kann man die Kosten für ein 75 Zentner schweres Belagerungsgeschütz errechnen. Material- und Herstellungskosten bezifferte Loewe mit 2.643 Gulden, was einem heutigen Wert von ca. 120.00€ entspricht. Ein einziger Schuss mit einem 24-pfündigen Geschütz (halbe Kartaune) wird mit Kosten von 5 Reichstalern, mehr als einem monatlichen Infanteristenlohn, angegeben. 

Unsere Artillerie

Wir besitzen in unserem Regiment mehrere leichte, hochmobile Geschütze, wie sie zu unserer Darstellung der späten Kriegsjahre passen. Neben einem Stangenmörser, einem Falkonett, einem Grabenmörser und einer Hakenbüchse, verfügt das Regiment über zwei leichte Feldgeschütze in den Kalibern 35mm und 40mm. Je nach Möglichkeiten und Anforderungen setzen wir diese unterschiedlich auf dem Schlachtfeld ein. Ein besonderes Anliegen ist uns die korrekte Anfertigung und Verwendung des gesamten Geschützzubehörs. Neben den Geschützen, die meist ebenfalls aus unseren Regimentswerkstätten entspringen, fertigten wir so passende Protzwägen, Pulverkisten, Lade- und Richtbestecke sowie verschiedene Anschauungsgegenstände, wie z.B. Dummy-Geschosse, an.

Impressionen unserer Artillerie