Bewaffnung
Zu einer militärischen Einheit, wie wir sie darstellen, gehören auch Waffen. Der verantwortungsvolle, gesetzeskonforme Umgang mit diesen wird in unseren Reihen gelebt und großgeschrieben. Die von uns angefertigten Waffen wurden nach allen gesetzlichen Regelungen angefertigt. Schusswaffen besitzen einen gültigen, aktuellen Beschuss, werden sicher aufbewahrt und von unseren gut ausgebildeten Soldaten, welche die nötigen Erlaubnisse dafür besitzen, benutzt. Auch Blank- und Stangenwaffen sind für unsere Bedürfnisse angepasst und besitzen durch fehlende Spitzen und Schneiden den Schaukampfwaffenstatus. 
 

Stangenmörser
Nach vielen Stunden vor dem Zeichenbrett, der Drechselbank und der Schmiedeesse konnten wir ein Großprojekt abschließen: Zwei baugleiche Stangenmörser nach mehreren Originalen aus dem Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt, die auf 1650 datiert werden. Die Mörser sind zum Wurf von Brand- und Sprengsätzen bis zu einem Kaliber von 82mm gedacht. Die Rohre der Mörser wurden durch einen Büchsenmachermeister anhand der Maße der Vorlagen aus Ingolstadt für uns angefertigt. Durch die abspreizbaren Standbeine, durch welche der Wurfwinkel des Mörsers leicht verändert werden kann sowie dem geringen Gewichtes von ca. 10kg ist der Mörser im Felde hochmobil. Nach dem erfolgtem Beschuss, wird einer der beiden Mörser an das Bayerische Armeemuseum gehen. Der zweite Mörser wird seinen Dienst in unseren Reihen aufnehmen.
 
 

Zubehör und Transportkiste für Stangenmörser
Die richtige Benutzung eines Geschützes erfordert ein gewisses Maß an Zubehör, weshalb wir für unseren neuen Stangenmörser einen Satz an Lade- und Putzbesteck anfertigten. Ergänzt wird das Besteck durch einen Verschlussdeckel, einen Winkelmesser zum Ausrichten des Geschützes im richtigen Wurfwinkel sowie mehrere Dummy-Geschosse in Form von Brandballen und Granaten. Für einen standesgemäß und sicheren Transport von Mörser und Zubehör, fertigten wir zudem noch eine abschließbare Holzkiste.
 
 

Bandelier
Um Pulverladungen, Kugeln und Zubehör mit sich zu führen, trugen Musketenschützen das sog. Bandelier über ihre Schulter. Bei unserer Rekonstruktion aus der zweiten Kriegshälfte sind an einem ledernen Gurt gedrechselte Holzbehälter aufgehängt, in welchen sich genau die Pulverladung für einen Schuss befindet. Wie schon der bayrische Obrist von Haslang während des Dreißigjährigen Krieges wusste, sollen die Pulverbehälter an “gueten, starckhen träten schnierlein“ (starken, gedrehten Schnürlein) aufgehängt sein. Des Weiteren befindet sich ein lederner Beutel am unteren Ende des Bandeliers um Zubehör zu verwahren. Der Musketier des 17. Jahrhunderts nutzte diesen Beutel zum Verwahren von Dämmmaterial und Kugeln, die wir im Reenactment nicht benötigen. Am oberen Teil, der direkt auf der Schulter aufliegt, ist ein einklappbarer Filz angenäht, der das Gewicht, der auf der Schulter liegenden Muskete, verteilt. Auf der Rückseite des Bandeliers ist zudem ein eiserner Ring angebracht, in welchem sich ein Bündel Lunte befindet. Auch das Pulverin, mit welchem sich das feine Pulver für die Zündpfanne dosieren lässt und eine kugelige Ölflasche sind in unserem Bandelier vorhanden. Besonders die Details, wie die korrekten Schnüre, Schulterfilz, Ersatzlunte, Ölflasche und Pulverin, werden meist bei modernen Nachbildungen wenig beachtet und waren für unsere Interpretation eines Bandeliers besonders wichtig. Auf eine lange Dienstzeit im Regiment! 
 
 

Blankwaffengehänge
Zum Verwahren der Beiwaffen am Körper nutzte die Soldateska lederne Riemenkonstruktionen. Hier haben sich zwei Trageweisen besonders etabliert. Eine Trageversion über die Schulter sowie eine mit einem Gürtel um den Bauch. Bei unserer Replik eines Bauchgehänges kann die Blankwaffe durch eine Haken-Ösen-Konstruktion aus Bronze am Gürtel eingehängt werden. Dies ermöglicht ein schnelles An- und Ablegen der Blankwaffe sowie einen festen, leicht zu ändernden Sitz. Nachteilig ist das um den Bauch getragene Gewicht der Blankwaffe, das auf Dauer doch recht unbequem ist.
 
 

Harnisch
Auch Gegenstände “von der Stange” finden ab und an Verwendung in unseren Reihen oder werden umgearbeitet. So haben wir diesen gekauften Harnisch auf unsere Anforderungen umarbeiten können. Ziel war eine bessere Passform und Funktionalität des Stückes. Wir trennten hierfür ein Stück mittig aus dem Harnisch heraus, verschweißten ihn wieder und formten ihn neu. Eine auf authentische Art durchgeführte Schwärzung des Stahls schützt das Stück wie die Originale gegen Rost und Witterung. Neue Mechaniken und Lederriemen garantieren eine bessere Funktionalität und Haltbarkeit des Harnischs. 
 
 
 

Blankwaffengehänge
Dieses einfache, soldatische Blankwaffengehänge mit Trageweise über die Schulter, lässt sich auf Grund der simplen und praktischen Konstruktion in die zweite Hälfte des Krieges verorten. Durch den breiten Lederriemen verteilt sich das Gewicht der Beiwaffe gut auf die Schulter, was auch ein langes Tragen dieser ermöglicht. Der Tragewinkel lässt sich über die beiden Schließen leicht verstellen. 
 
 
 

Luntenschlossmuskete
Diese Luntenschlossmuskete konnten wir während des Corona-Lockdowns 2020 fertigstellen. Vorlage für sie war ein Original im niederländischen Stil aus der J.R. Williams Collection, das in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts datiert wird. Auf Grund der ungewöhnlichen, rundlichen Schaftform datieren wir sie genauer in die Zeit ab 1640. Das Kaliber von 17,5mm entspricht dem einer sog. “zweilötigen” Muskete und dürfte eines der am weitest verbreiteten Kaliber während des Krieges sein. Komplettiert wird die Muskete von einer ebenso simpel kontruierten Stützgabel (“Fourget”), die wir nach den Stücken der Emdener Rüstkammer anfertigten.
 
 
 

Morionhelm
Dieser Helm im niederländischen Stil war wohl einer der am weitest verbreiteten Helmtypen auf den Schlachtfeldern des Krieges. Die  Zeughäuser in Emden, Coburg und Graz, in welchen die für uns interessanten, soldatischen Waffen die Zeit überdauerten, zeigen Helme dieses Typs zu Hauf. Hier arbeiteten wir ein Stück eines englischen Schmiedes auf, schwärzten es auf authentische Art und Weise und Befestigten an einem angenieteten Lederband ein gepolstertes Inlay.
 
 
 

Glasgranaten
Weitere Gegenstände für unsere Sappeur- und Feuerwerkdarstellung! Solche gläsernen Handgranaten konnten relativ einfach und günstig hergestellt werden und waren enorm wirkungsvoll. Für unsere Repliken fertigte ein Glasbläser exakte Kopien der Glaskörper von erhaltenen Originalgranaten der Burg Forchtenstein (A). Wir füllten zwei davon mit einer ungefährlichen Sandmischung, die Schwarzpulver ähnlich sieht und versahen sie mit Holzzündern. Als Schutz vor Feuchtigkeit bezogen wir unsere Repliken mit einem Stück Schweineblase, wie es ebenfalls bei den Originalen geschehen ist. 
 
 

Trommel
Ein weiteres Langzeitprojekt bildete diese große Marschtrommel. Der große Korpus ist mit einem einfachen Nietenmuster verziert und sorgt für einen dumpfen Klang. Auf dem Resonanzfell befinden sich drei Rohhaut-Snares, die sich über seitliche Mechaniken spannen lassen. Zahlreiche Darstellungen von Trommeln zeigen dieses wenig beachtete Detail, das uns erahnen lässt, wie sich der “Sound of War” angehört hat. Komplettiert wird die Trommel durch einen breiten, leinernen Trageriemen sowie gedrechselte Stöcke.
 
 

Brandballen
Brandballen gelten als pyrotechnische Objekte und wurden für verschiedenste Zwecke, wie z.B. Belagerungen oder in der Feldschlacht eingesetzt. Im Inneren des Ballens befindet sich ein Brandmittelsack, der entzündet extrem aggressiv abbrennt und nahezu unlöschbar ist. Durch die Beimischung von Chemikalien konnte der Ballen zudem Gegner vergiften oder auch zur Beleuchtung genutzt werden. Stabilisiert wird der Brandmittelsack durch eine Knüpfung aus Hanfseil nach verschiedenen Pattern. Als zusätzliches Brandmittel und Imprägnierung des Ballens dient eine Beschichtung aus brennbarem Wachs und Harz. Wir fertigten ungefährliche Repliken solcher Ballen an, die von Hand oder mit der Hilfe von Wurfgeräten geworfen bzw. verschossen werden konnten. 
 
 

Musketengurt
Diesen einfachen Gurt fertigten wir anhand eines englischen Stückes, das dazu gedacht war, die Muskete von Dragonern während des Ritts zu verwahren. Auf Grund der über den Lauf beweglichen Schlaufe kann sich der Gurt an verschiedenste Staturen anpassen und die Muskete während des Rittes frei schwingen. Am Abzugsbügel ist der Gurt mit einem Riemen angeknotet, sodass er sich auch leicht von der Muskete entfernen lässt. 
 
 

Zündkrautflasche
Heute verlässt wieder ein neuer Gegenstand die Regimentswerkstätten: Einer unser Musketiere hat sich diesen hübschen Zündkrautspender gebaut. Vorlage waren zahlreiche Originale mit typischem Trapezkorpus. Der Verschluss ist zugegebenermaßen ein moderner, wobei wir beim Thema Sicherheit keine Kompromisse eingehen und jedem unserer Musketiere selbst überlassen, welchen Dosiermechanismus er wählt und am sichersten bedienen kann. 
 
 

Trommeln
Hier zeigen wir Euch Arbeiten, die nicht nur in unserem Regiment im Dienst sind. Einer unserer Trommler fertigt Trommeln selbst an, die dann auch in anderen Regimentern ihren Dienst aufnehmen. Die Vorlage sind verschiedene Originale sowie die Regimentsfarben und -fahnen der jeweiligen Gruppen. 
 
 
 

Patronentasche

Der mit Leder überzogene Holzkern der Patronentasche kann Papierpatronen für 10 Schuss aufnehmen. Durch einen mittels Knopf verschließbaren und einen weiteren zweiten Deckel sind die Papierpatronen geschützt. Vorlage für unsere Replik waren diesmal zwei erhaltene Originale aus dem Heeresgeschichtlichen Museum in Wien. Lediglich bei den Trageriemen mussten wir ein wenig kreativ sein, da diese bei den Originalen gänzlich fehlen bzw. abgeschnitten wurden. Auf eine treue Dienstzeit in den Reihen des Regiments! VIVA SANTA MARIA!

 
 

Holster

Ein solches Holster wurde genutzt um eine Pistole am Sattel eines Reiters zu verwahren. Die verzierte Fronttasche besteht aus zwei Teilen und konnte bei schlechter Witterung über die Öffnung des Holsters geklappt werden, sodass die Pistole geschützt und das Holster komplett geschlossen ist. Auch bei der Verwahrung der Pistole während dem Ritt war der geschlossene Holster praktisch, da sich so die Riemen des Pferdegeschirrs nicht an der Pistole verfangen oder diese sogar versehentlich heraus ziehen. Der Korpus unserer Replik wurde aus zwei Teilen Leder zusammengesetzt, gewässert, über einen Holzkern gezogen und getrocknet. Danach wurden alle Riemen, Einfassungen und die Frontklappen angebracht. Vorlage für das Holster waren mehrere erhaltene Stücke aus dem Landeszeughaus Graz.

 
 

Sturmhut
Neuer Hut für den Hauptmann! Um im Felde genug Schutz zu haben, aber trotzdem “all moda” zu sein, bekommt unser Capitain diesen schönen Helm im Stil eines Hutes. Er wurde von einem guten Freund und verdienten Söldner unseres Regiments auf Maß für ihn angefertigt. Die Vorlage dafür waren verschiedene Originale. 
 
 

Sturm- / Pechkränze
Ein weiterer pyrotechnischer Gegenstand, der günstig herzustellen und trotzdem hocheffektiv war, sind sog. Sturm- und Pechkränze. Für die Konstruktion eines Pechkranzes wird ein Strohkranz gebunden und chemisch behandelt, sodass dieser noch aggressiver abbrennt und nahezu unlöschbar ist. Eine Beschichtung aus Pech, Wachs und/oder Harz verstärkt den Abbrand. Sturmkränze bestehen aus einem Stoffschlauch, der mit einem ähnlichen Brandmittel, wie dem der Brandballen gefüllt ist und zu einem Ring geformt wird. Eine aufgesetzte Knüpfung aus Seil und Beschichtung mit Pech verstärken den Kranz, imprägnieren ihn gegen Feuchtigkeit und erhöhen die Abbrandenergie. Wir zeigen Euch hier ungefährliche Repliken solcher Kränze.
 
 

Kugelzange und Tiegel
Auch die Herstellung von Projektilen für unsere Musketen möchten wir in unserer Darstellung zeigen, weshalb wir diese Kugelzange nach unseren Vorgaben anfertigen ließen. Das Kaliber der Zange entspricht 17,5mm, was dem einer sog. zweilötigen Muskete entspricht und eines der am weitest verbreiteten Kaliber des Dreißigjährigen Krieges entspricht. Ergänz wird die Zange von einem eisernen Gusstiegel, den wir auf einem Flohmarkt ergattern konnten. 
 
 

Kartätsche
Als Kartätschen bezeichnet man Geschosse, die mehrere kleine Projektile beinhalten und von Geschützen verschossen wurden. Als besonders effektiv gelten Kartätschen beim Einsatz gegen “weiche Ziele”, also Infanterieformationen in der Feldschlacht. Auf einem hölzernen Treibspiegel mit aufgesetzter Spindel befindet sich ein mit Bleikugeln gefüllter Sack, der die Kugeln beim Schuss freigibt und welche somit als Art Schrotladung dienen. 
 
 

Hagelbehälter
Hier zeigen wir Euch eine Rekonstruktion eines einfachen Hagelbehälters nach Vorlage eines Stückes auf der Burg Forchtenstein (A). Unser Behälter wurde aus Weide geflochte, beinhaltet gläserne Schrapnelle und konnte mit Artilleriestücken verschossen werden.
 
 

Hutkreuz
Um sich als Soldat gegen Schläge auf den Schädel zu schützen, aber nicht das schwere Gewicht eines Helmes dauerhaft tragen zu müssen, konnte man auf ein sog. Hutkreuz zurückgreifen. Diese Schutzkappe wurde versteckt unter dem Filzhut getragen und konnte entweder wie eine komplette Haube, die den gesamten Schädel umschließt oder aus mehreren vernieteten Stahlbändern konstruiert sein. Wir orientierten uns bei unserer Rekonstruktion an zweiter Möglichkeit, bei welcher besonders die Polsterung an der Oberseite zusätzlichen Schutz bietet und Hiebe abfängt.
 
 

Falkonett
Eines unserer ersten Großprojekte im Regiment Wolf war die Anfertigung unseres regimentseigenen Falkonettes. Über ein halbes Jahr hinweg arbeiteten zeitweise 7 Mitglieder des Regiments am Geschütz. Durch den langen Lauf und das Kaliber von 30mm, nutzte man solche Geschütze, um gezielt Offiziere, Fähnriche und Musiker aus den gegnerischen Reihen zu schießen. Vorlage für unserer Rekonstruktion war ein Stück, das bei einem namhaften deutschen Auktionshaus versteigert wurde und auf 1619 datiert wird.