Kurbairisches Dragonerregiment

 Johann Wolf e.V.

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Festungsbau im 17. Jahrhundert

Durch das Aufkommen des Schießpulvers im 14. Jahrhundert änderte sich auch die Festungsbauweise maßgeblich. Die bekannten Burganlagen aus dem Mittelalter konnten den Pulversgeschützen nicht mehr standhalten und so wurden die Befestigungen angepaßt. Festungen oder feste Plätze (dies können auch befestigte Städte sein), wie sie im 17. Jahrhundert genannt wurden, sind individuell gebaut wurden. Maßgeblich war der zu schützende Bereich und die Geländebegeben- heiten. Bei der Erstellung des Grundrisses mußte die Schußlinie der zur Verfügung stehenden Feuerwaffen bedacht werden und es galt, tote Winkel zu vermeiden. Im 16. Jahrhundert wurde zum Festungsbau immer mehr die neuitalienische Manier bevorzugt. Hier kamen Bastionen mit zurück gezogenen Flanken zum Einsatz. Daraus ergab sich ein sternförmiger Grundriss. Als Ideal wurde das Fünfeck angesehen.

 Ein Grundriss der Stadt St. Martin de Re auf der Insel Ile de Re in Frankreich. Gut zu sehen ist die Stadtmauer nach neuitalienischer Manier und die sternförmige Festung rechts oben. Angreifbar wäre diese Stadt nur von See.

 

 Grundriss der Festung Neubreisach (Neuf-Brisach/Elsaß). Dieser Grundriss ist heute noch fast vollständig erhalten, genau wie das Festungsdorf Bourtange/NL.

 

Querschnitt durch die Wallanlagen
Rechts eine zeitgenössische Bauzeichnung der Befestigungen des Belagerungsringes der Festung Grolle (siehe unten). Die Bauweise ist die selbe wie die der Festung. Die englische Schanze wurde von einem Interessenverein komplett ausgegraben und wieder in den Originalzustand gebracht. Sie kann besichtigt werden.

Fachbegriffe aus dem Festungsbau

Redute

meist viereckige Schanze

 

Faschine

Reisig- oder Astbündel, das zur Hangsicherung benutzt wird. So können die

Erdmassen nicht ab rutschen

 

Ravelin

selbstständige Schanze die vor einem Wall errichtet wurde

 

Kontereskarpe

die äußere Mauer oder Böschung des Festungsgrabens, von der dahinter

verlaufenden Galerie kann das der Festungsgraben unter Feuer genommen

werden.

 

Werk

ein Allgemeinbegriff für eine selbstständige, isolierte Befestigungsanlage. Dies

ist oftmals der Teil einer größeren Festung. Unter dem Begriff Werk kann es

sich um eine Bastion, eine Schanze, ein Ravelin oder ein Blockhaus handeln.  

 

Am Beispiel der Festung Grolle (Groenlo/NL) sieht man, dass die Darstellung in den Zeichnungen und Gemälden immer wieder variiert. Eindeutig ist jedoch der Baustill des 17. Jahrhundert bei allen Darstellungen klar zu erkennen.

Auf dem Bild unten sieht man, dass die Festung Grolle von einem befestigten Belagerungsring komplett umschlossen war. So unterband man die Versorgung der Eingeschlossenen.

 

 

 

Ein sehr gutes Beispiel für die Festungsbaukunst des 17. Jahrhunderts ist die Festung Bourtange in den Niederlanden. Diese Festung ist fast komplett erhalten. Rechts sehen Sie den historischen Plan und links ein Foto wie die Festung heute aussieht.

Quelle der Fotos: Wikipedia

 

 

Am Beispiel der Festungsstadt Geertruidenberg/NL sieht man, dass oftmals der Grundriss dem Gelände angepaßt werden mußte. Geertruidenberg zählt zu den Niederländischen Festungsstädten. Hier finden jährlich interessante Geschichtsevents statt. Siehe "besuchte Events 2013".

 

Unten sehen Sie zwei Darstellungen der Befestigungen der freien Reichsstadt Frankfurt am Main. Das erste Bild stellt Franfurt um 1587 dar und darunter 1631. Ersichtlich ist auf dem unteren Bild bereits die Modernisierung der Befestigung.

 

Wer sich für solche Festungsbauten interessiert, wird in den Niederlanden sehr viele, zum Teil noch vollständig erhaltene Anlagen finden. In diesen Festungen finden auch regelmäßig anspruchsvolle Events zu der Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts statt.

In Deutschland sind auch einige noch gut erhaltene Festungen zu besichtigen. Als Beispiele seien hier die Festung Rosenberg in Kronach, die Wülzburg bei Weißenburg, die Plassenburg bei Kulmbach oder die Marienfeste in Würzburg genannt.

Bei Interesse helfen wir gerne weiter.

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