Kurbairisches Dragonerregiment

 Johann Wolf e.V.

Zurück zur Hauptseite

Reenactment

Reenactment (engl. „Wiederaufführung“, „Nachstellung“) nennt man die Neuinszenierung konkreter geschichtlicher Ereignisse in möglichst authentischer Weise. Über den Weg der historischen Wiedererlebbarkeit soll Geschichte verständlich und erlebbar gemacht werden. Das historische Reenactment ist der zentrale Teil der durch den britischen Philosophen und Historiker Robin George Collingwood aufgestellten Theorie der Historiographie. Die Nachstellung von historischen oder sagenhaften Ereignissen geht allerdings bis in die Antike zurück. Reenactment ist zu unterscheiden von Living Historie, wobei hier die Grenzen fließend sind.

Living History (englisch für „gelebte Geschichte“) nennt man die Darstellung historischer Lebenswelten durch Personen, deren Kleidung, Ausrüstung und Gebrauchsgegenstände in Material und Stil möglichst realistisch der dargestellten Epoche entsprechen. Die Darstellung kann im privaten Rahmen oder bei öffentlichen Veranstaltungen stattfinden.

In Nordamerika wird unter living history und reenactment kein Unterschied gemacht. Im deutschen Sprachraum gibt es hingegen Abgrenzungen. Die Grenzen sind jedoch fließend.

Aus Wikipedia

 

Reenactment ist also der Versuch, für eine bestimmte Zeit eine vergangene Epoche oder eine bestimmte Begebenheit aus einer vergangenen Epoche historisch so korrekt wie möglich und lebendig darzustellen. Unterschieden wird hier unter  wissenschaftlichem Reenactment und unterhaltendem Reenactment.

Die Anfänge des Reenactment sind in Großbritannien und den USA zu finden. Durch die amerikanischen Besatzungstruppen kam in den 1970er Jahren die Darstellung von Schlachten und Gefechten des amerikanischen Bürgerkrieges nach Deutschland. Die Darstellung dieser Epoche in Verbindung mit der Zeit der Besiedelung des Westens der USA (Wilder Westen) wurde zudem durch die Filmindustrie mit der Vielzahl an Filmen über diese Zeit unterstützt. Selbst nach dem Abzug der US Streitkräfte wird diese Epoche noch gerne in Deutschland dargestellt. Die meisten Reenachtments befassen sich momentan mit der Zeit des Mittelalters, wobei hier fehlende wissenschaftliche Erkenntnisse über die Epoche durch die Übernahme von überkommenen alten Konzepten aus dem 19. Jahrhundert und Vorgaben aus Filmen ersetzt werden. Die dargestellten Epochen im Reenactment sind vielschichtig und erstrecken sich in Deutschland von Germanen und Römern über das Mittelalter, die Bauernkriege/Landsknechtszeit, den dreissigjährigen Krieg über die Napolionik, den Deutsch/Französischen Krieg 1870/71 bis zum ersten Weltkrieg. Eine Vielzahl von Gruppen und Vereinen gehen in Deutschland dem Hobby Reenactment nach. Über die Ernsthaftigkeit und die Authenzität der einzelnen Gruppe soll sich der Betrachter, so er das nötige Hintergrundwissen hat,  selber ein Bild machen.

Reenacment unterschiedet sich von Larp und Gothik, deren Handlungsweise größtenteils nach eigener Phantasie erfolgt.

Durch das Reenactment wird wertfrei das Wissen und das Interesse an einer vergangenen Epoche vermittelt bzw. geweckt. Es hat nichts mit der Verbreitung oder Vermittlung von religiöser, politischer oder weltanschaulicher Überzeugung zu tun.  

Zurück zur Hauptseite