Kurbairisches Dragonerregiment

 Johann Wolf e.V.

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Franz von Mercy

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fe/Franz_von_Mercy.jpg

 Franz Freiherr von Mercy, Herr zu Mandre und Collenberg 

(Geb. 1597– gefallen 1645)

Kaiserlicher Kriegsrat, kurbayerischer Kriegsrat, Generalfeldmarschall, Kämmerer und Statthalter zu Ingolstadt, und ab 1643 Oberbefehlshaber der kaiserlich-bayerischen Armee

Franz von Mercy wurde um etwa 1597 in Longwy geboren. Über die Herkunft seiner Eltern ist nichts bekannt. Die Familie entstammte einem lothringischen Adelsgeschlecht und bereits sehr jung trat er in den Militärdienst ein. Durch seine Tapferkeit im Kampf gegen die Türken konnte er schon bald die Offizierslaufbahn einschlagen. Ab 1631 diente er bei Octavio Piccolomini unter kaiserlicher Fahne.

1633 wurde von Mercy zum Obrist befördert. Zwischenzeitlich geriet von Mercy bei Breisach in französische Gefangenschaft und wurde aber nach kurzer Haft ausgetauscht. Ab 1635 Generalwachtmeister, trat er 1638 als Generalfeldzeugmeister in bayerische Dienste und befehligte ab 1641 ein bayerisches Korps in der Pfalz.

1642 vertrieb Mercy die Schweden aus Regensburg. Das französische/weimarische Korps unter General Rantzau wurde von Mercy Truppen beim Überfall von Tuttlingen vernichtet (siehe Regiment Wolf). Nach diesem Erfolg wurde von Mercy zum Feldmarschall ernannt und er erhielt den Oberbefehl über die bayerisch/kaiserliche Armee. Im Mai 1644 erfolgte die Belagerung von Überlingen und bei der Schlacht bei Freiburg im Breisgau am 3., 5. und 7. August 1644 gegen die französisch-weimarische Armee unter dem Prinz Condè konnte von Mercy ein unentschieden herausschlagen.  

In der Schlacht bei Herbsthausen am 5. Mai 1645 besiegte Franz von Mercy die Franzosen unter  Turenne. Sein Ende fand Franz von Mercy am 03. August 1645 bei der Schlacht von Alerheim, als ihn eine feindliche Musketenkugel traf.

Sein Leichnam wurde auf einem Wagen nach Ingolstadt gebracht, wo er überschwänglich empfangen wurde. Dies zeigte, dass er als Statthalter und Festungskommandant von Ingolstadt hoch angesehen und sehr beliebt war.

Auf Anordnung Kurfürst Maximilians wurde Mercy am 4. September 1645 in der Moritzkirche zu Ingolstadt beigesetzt. Der Eintrag im Sterberegister in lateinischer Sprache lautet:

„4. Septembris 1645 In parochiali ecclesia nostra Mauritiana cum solemni pompa funebri Sepultus est Perrilustris ac Generosus Dominus Franciscus L. B. de Mercy, Dominus in Mandre et Collenburg, Generalis campi Mareschalcus et Ingolstadianae urbis Praefectus, qui tertio die Augusti in proelio gloriosus miles occubuit.“

„4. September 1645 In unserer Moritz-Pfarrkirche wurde mit einer feierlichen Leichenprozession der hochberühmte und edle Herr Franz Freiherr von Mercy, Herr zu Mandre und Collenberg, Generalfeldmarschall und Statthalter von Ingolstadt bestattet, der am 3. August in der Schlacht als ruhmvoller Offizier gefallen ist.“

An der Stelle seines Todes in Alerheim wurde ein Stein mit der Inschrift STA VIATOR HEROEM CALCAS (Stehe Wanderer, du besuchst einen Helden!) errichtet, angeblich auf Veranlassung von Condé.

Franz Freiherr von Mercy war arm gestorben. Er hatte sich nicht wie so viele andere Heerführer bereichert. Von seinen Zeitgenossen wird er als der uneigennützigste General des ganzen Dreißigjährigen Krieges bezeichnet. Seine Witwe war mit ihren fünf Kindern nahezu mittellos. Der bayerische Kurfürst, der über Mercys Tod erschüttert war, wies der Witwe als Wohnsitz die Stadt und als Unterhalt die gesamten Einkünfte der Statthalterei Ingolstadt an.

 

Militärische Betrachtung

Seine strategischen und taktischen Fähigkeiten verblüfften seine Gegner oft so sehr, dass sie ihm einen sechsten Sinn nachsagten. Französische Generäle sagten von ihm, er handle so, als hätte er heimlich ihrem Kriegsrat beigewohnt.

Bereits 1631 kämpfte er als Obristwachtmeister bei Breitenfeld unter Tilly gegen die vereinigten Heere der Schweden und Sachsen unter Gustav Adolf.

1634 ist er auf dem südwestdeutschen Kriegsschauplätzen zu finden.

In den Jahren 1640/41 drängt er Baner nach Böhmen ab.

1643 und 1645 gelingen ihm zwei glänzende Siege bei Tuttlingen beziehungsweise Herbsthausen gegen die Franzosen.

Der besondere strategische Wert dieser Siege muß an der politischen und militärischen Situation gemessen werden, die nach der Niederlage des spanischen Heeres in der Schlacht von Rocroy gegen französische Truppen am 23. Juni 1643 und die Monate danach entstanden war.

Das kaiserliche Heer, das nach der zweiten Schlacht von Breitenfeld 1642 von Piccolomini durch strengen Drill wieder in gute Verfassung gebracht worden war, verlor nach Rocroy seine militärische Qualität und vor allen Dingen auch seinen besten Heerführer Piccolomini selbst, denn Piccolominis Dienste wurden von Spanien in den Niederlanden gebraucht.

Ohne seinen erfahrensten Heerführer blieb dem Kaiser nichts anderes übrig, als dem aus französischer Gefangenschaft zurückgekehrten Reitergeneral Werth den Oberbefehl über die Reiterei zu übertragen und ihm Franz von Mercy zu unterstellen, der zu dieser Zeit die bayrischen Truppen befehligte.

Was als Lösung aus einer militärischen Notlage entstand, entpuppte sich bald als großer Wurf.

Werths taktische Begabung und Findigkeit ergänzten Mercy's strategisches Konzept in idealer Weise.

Bald wurde Mercy zur Hauptfigur auf kaiserlicher Seite.

Als im Herbst 1643 die Franzosen unter dem Oberbefehl Guébriants vom Elsaß kommend über den Schwarzwald vordrangen, in Würtemberg einfielen und Rottweil einnahmen, schienen die Pläne Mazarins, des Nachfolger Richelieu's, aufzugehen, nämlich die Verhandlungsposition des Kaisers bei den anstehenden Verhandlungen in Münster zu schwächen.

Mercy und Werth gelang es aber, die französischen Truppen - die durch ihre Siege offenbar zu leichtsinnig geworden waren - in ihren verstreut liegenden Quartieren bei Tuttlingen zu überraschen und ihnen schwere Verluste bei Troß und Mannschaft beizubringen.

Daß es Mercy auch noch gelang, Rottweil von der französischen Besatzung zu befreien, war für die kaiserliche Seite ein willkommener Propagandagewinn.

Diese Siege ließen den Kaiser hoffen, auf dem am 4. Dezember eröffneten Kongreß in Münster sein Ansehen und seine Autorität, die er nach der Niederlage des spanischen Heeres in der Schlacht von Rocroy eingebüßt hatte, wieder aufwerten zu können.

Abgesehen von den propagandistischen Vorteilen, die der Kaiser aus den Siegen Mercy's und Werth zog, war es vor allen Maximilian von Bayern, in dessen Sold diese beiden Feldherren standen, der sich durch deren militärische Erfolge zum unverzichtbaren Bundesgenossen Ferdinands machte.

Die bayrischen Truppen waren in dieser Zeit das militärische Bollwerk des Reiches und hatten strategische Aufgaben, denn solange Mercy Würtemberg verteidigte, konnte eine Vereinigung der beiden Heere Torstenssons und Turennes verhindert werden.

Natürlich nutzte Maximilian seine militärische Sonderstellung zu politischen Forderungen an den Kaiser aus. Das ging soweit, daß er Ferdinand drohte, bei Ablehnung seiner Forderungen werde er einen Sonderfrieden mit Frankreich schließen, Mercy zurückziehen und damit Turenne das Einfallstor ins Reich öffnen.

Die strategische Bedeutung und der militärische Wert der den beiden Feldherren Mercy und Werth zukam, wurde besonders im Jahre 1644 deutlich. In diesem Jahr belagerten und eroberten sie Überlingen und Freiburg.

Die Schlachten zwischen dem französischem Heer und dem bayrischen Heer unter Mercy in Würtemberg wurden für damalige Verhältnisse unverhältnismäßig hart und lang andauernd geführt. In französischen Quellen wird die dreitägige Schlacht um Freiburg und der von den Franzosen gezeigte Mut hoch gelobt. Das soll unbestritten sein, aber die hohen Verluste des französischen Heeres brachten für die französische Seite keinen strategischen Vorteil. Frankreich konnte nichts an der Tatsache ändern, daß Mercy seine militärische Stellung in Würtemberg behauptete.

Aufgrund seiner militärischen Verdienste wurde Mercy zum Feldmarschall im bayrischen Heer ernannt.

Mercy fiel 1645 durch Kopfschuß im Häuserkampf in der Schlacht von Alerheim.
Damals kämpften kaiserliche Truppen unter Mercy gegen ein französisch-hessisches Heer.

Sein Tod war nicht nur ein nicht zu ersetzender Verlust für das bayrische Heer.

Mit ihm fiel ein vielseitig interessierte Mensch, denn Mercy war auch Mitglied in der "Fruchtbringenden Gesellschaft", einer Gesellschaft von Literaten, die sich der Pflege der deutschen Sprache verschrieben hatten.

Am Ende des dreißigjährigen Krieges mit seinen geistigen und moralischen Verwerfungen, insbesondere der militärischen Führungseliten, stellen seine Interessen eine rühmliche Ausnahme dar.

 

Seine Gegner über ihn.

Mercy zeichnete sich durch die Raschheit seiner Entschlüsse und durch seine Ruhe aus. Sein Zeitgenosse und Gegner auf dem Schlachtfeld, Marschall Gramont, schreibt in seinen Memoiren:

„Aber Mercy, der die Affäre von Heilbronn so gut gelöst hatte, besaß nicht weniger Scharfblick auch die von Schwäbisch Hall vorherzusehen. Mit größtmöglicher Eile war er vor uns da, und deckte diesen Ort. Dies veranlasst mich von einer ganz und gar einmaligen Sache zu sprechen und von der Überlegenheit dieses Generals. Während der ganzen Dauer der zwei langen Feldzüge, die der Herzog von Anguien, der Marschall von Gramont und der Marschall von Turenne gegen ihn führten, haben sie nie etwas in ihrem Kriegsrat beschlossen, das zum Vorteil für die Waffen des Königs und in der Konsequenz schädlich für die des Kaisers sein konnte, die Mercy nicht erraten und selbst vorhergesehen hätte, als sei er mit ihnen der Vierte im Kriegsrat gewesen oder als hätten sie ihm über ihre Absicht eine vertrauliche Mitteilung gemacht. Es muss zugegeben werden, dass die Quelle, aus der solche Generale kommen seit langer Zeit versiegt ist und diejenigen, die ich im Krieg gekannt habe, hatten einen weniger ausgeprägten Scharfblick und eine begrenztere Intelligenz.“

Prinz Condé äußerte sich wie folgt:

„In den zwei Feldzügen (1644 und 1645), in denen ich gegen Mercy gefochten, hat dieser nicht einen Schritt getan, der nicht das Gepräge der höchsten Fähigkeit an sich getragen hätte. Er hat meine Entwürfe stets so genau vorausgewusst, als wäre er ein Mitglied meines Kriegsrats gewesen.“

 

Mit hervorragendem Blick verstand er es, jedes Gelände zu seinem Vorteil zu nutzen, was sich besonders augenfällig bei den Stellungen von Dürrwangen und Alerheim zeigt, und die Massen wirksam zu verteilen. Er hielt sich nicht starr an die bisher übliche Taktik, sondern verbesserte den Waffendienst nach den neuesten Grundsätzen seiner Zeit. Das Fußvolk teilte er in Bataillone, um es beweglicher zu machen. Mercy verminderte die Anzahl der Pikeniere und stellte die Schwadronen nur mehr drei Glieder tief. Die Artillerie machte er beweglicher und begann die Waffengattungen zu gegenseitiger Unterstützung zu verbinden. Er wich ab von der bisher üblichen Schlachtordnung, bei der das Zentrum nur aus Fußvolk und die Flügel aus Reiterei bestanden. Das jeweilige Gelände war für die Schlachtordnung, die er wählte, entscheidend. Seine Operationen hatten eine einheitliche Linie und halten auch neueren kritischen Beurteilungen stand. Bei alledem war er ein gläubiger Christ, der für seine Soldaten sorgte. Besonders die Verpflegung überwachte er persönlich und stellte gelegentliche Mängel schnellstmöglich ab.

 

Verwendete Quellen: Wikipedia, Internetseite von Herrn Dr. Klaus Koniarek, dessen Inzernetseite sehr zu empfehlen ist.

 

 

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