Kurbairisches Dragonerregiment Johann Wolf e.V.

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1. Corporalschaft Musketiere/Dragoner zu Fuß

 Obwohl das Bairische Dragonerregiment Johann Wolf eine berittene Einheit war, gab es auch Dragoner zu Fuß. Der zeitweise Mangel an Reitpferden zwang immer wieder auch reine Infanterieeinheiten zu unterhalten. Zudem Musketiere, also Infanteristen im Zusammenspiel mit der schnellen Reiterei für die Armeecorps des 30 jährigen Krieges große Bedeutung hatten. 

Der Musketier des dreissigjährigen Krieges hat nichts mit dem degenschwingenden Herzensbrecher aus den bekannten Hollywoodfilmen zu tun. Der Name Musketier kommt von der Hauptwaffe, der Muskete. Auch war der Musketier ein Fußgänger, zumindestens bis man ihn auf ein Pferd setzte, dann war er aber ein Dragoner.(Wallhausen 1616)

 

 Der Arkebusier stellt eine Abart des Musketiers dar. Hauptunterschied ist die leichte Muskete(Arkebuse). Die Arkebuse war eine Weiterentwicklung der Hackenbüchse. Sie wurde zunehmend leichter und handlicher und zählte schließlich als Bewaffnung der leichten Infanterie.

 Durch die massenhafte Fertigung von Musketen und der relativ einfachen Handhabung nach den Drillhandbüchern von Wallhausen und de Gheyn wurden die Musketiere, je länger der Krieg dauerte, zur dominierenden Waffengattung. So gab man im 16. Jahrhundert den Gewalthaufen der Pikeniere noch einige Schützen mit, so wandelte sich dies im 17. Jahrhundert und es wurden den Schützen einige Spießer und Hellebardiere mitgegeben. Wie Blaise de Monluc, ein Zeitgenosse bemerkte: "Die Soldaten schössen lieber, als sich auf den Leib zu gehen."

 

 Die Musketiere des Kurbairischen Dragonerregiments Johann Wolf sind nach dem Handbuch "Kriegskunst zu Fuss" von Johann Jakob von Wallhausen von 1616 gedrillt. Diese Anleitung stellt eine authentische und sichere Vorgehensweise zum Schießen in Verbänden mit der Muskete dar. Jacob de Gheyn hat schon einige Jahre früher eine bebilderte Anleitung zum Umgang mit der Muskete herausgebracht. Das Schießen mit der Muskete ist jedoch nur die eine Hälfte einer authentischen Darstellung. Das Auftreten in einer Einheit mit den Bewegungen und Formationen muss auch jedem Musketier ausreichend beigebracht werden und so stellt der Formationsdrill nach historischen Vorlagen eine wichtige Trainingseinheit der 1. Corporalschaft dar.

Rechts sehen Sie eine Musketiercorporalschaft nach der Salve. 

 Unten links stehen Musketiere in einem Glied ("Merk er sich, alles was nebeneinander steht nenne Glied, alles was hintereinander steht nennt er Reihe " Wallhausen 1616) vor dem Angriff bereit. 

 Unten rechts führt der Hauptmann unterstützt durch die Corporale, die jeweils ein Glied kommandieren, den Musketierblock mit dahinterlaufender Fahne und Spiel (Trommler) zum Angriff vor.

Auch wird die Zusammenarbeit der 3 Corporalschaften innerhalb der Einheit trainiert. Hier sehen Sie Musketiere mit Pikeniere in der Igelstellung zur Rundumverteidigung.

 Unsere Musketiere besitzen alle erforderlichen Erlaubnisse nach dem SprengG und nehmen an regelmäßigen Trainings- und Schulungsveranstaltungen teil.
Zeitgenössische Bilder von Musketieren

aus "Tracht, Wehr und Waffen im Dreissigjährigen Krieg" Eduard Wagner und aus "Landsknechte 1486 - 1560" von Douglas Miller, John Richards

Aus "Über den rechten Gebrauch der Muskete für die jungen und unerfahrenen Soldaten " von Jacob de Gheyn 1607

Bewaffnung Musketiere           Musketierdrill

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